A. E. KÖCHERT

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Anekdoten

Emanuel Pioté und die Kunst des Emaille.

Emanuel Pioté und die Kunst des Emaille.

Immer wieder stößt man in der Familiengeschichte des Hauses A. E. Köchert auf den Namen Pioté, und deshalb hier ein wenig Historisches. Emanuel Pioté erlernte das Goldschmiedehandwerk in Limoges, welches seit dem 17. Jahrhundert einen ausgezeichneten Ruf hatte, ein Zentrum der Emaillekunst zu sein. Die hohe Kunst bestand darin, Emaille einerseits kunstfertig mit dem Trägermaterial zu verbinden, also mit Gold, Platin, Silber – und außerdem noch mittels Technik und Geschick für leuchtende Farben und feinste Pinselarbeit zu sorgen.

Emaille aus Limoges war anderen Versuchen haushoch überlegen und Pioté erwies sich als hingebungsvoller Schüler. Das konnte leider nicht verhindern, dass er von Napoleons Truppen zum Militär eingezogen wurde. Er wurde bei Pforzheim schwer verwundet, verliebte sich dort in seine Krankenschwester und beschloss nach seiner Genesung, nicht wieder nach Frankreich zu gehen, sondern mit der Gattin nach Wien zu ziehen und eine Goldschmiedewerkstatt zu eröffnen. Das war 1814, am Vorabend des Wiener Kongress.

Fürst Clemens Metternich hatte früh erkannt, wieviel Geld und Renommee man mit Luxus und fine arts erwerben konnte. Er lancierte eine Kampagne mit dem Ziel, möglichst viele Kunsthandwerker und Luxusproduzenten in Wien anzusiedeln. Der geschäftstüchtige Minister kaufte sofort bei Pioté ein, vermittelte ihm betuchte Damen und knüpfte erste Bande zu gekrönten Häuptern. 1819 kam Jakob Heinrich Köchert hinzu, und das Unternehmen firmierte unter Pioté et Köchert. Letzterer hatte, aus Riga stammend, in St. Petersburg die Kunst des Fassens großer Juwelen erlernt, die sogenannte Pavé-Technik.

Das Duo war unschlagbar und beider kometenhafter Aufstieg wurde 1838 durch den Auftrag die Lombardo-Venetischen Kroninsignien zu fertigen gekrönt. Köchert heiratete Piotés Schwägerin, der Familiensinn war schon damals ausgeprägt. Pioté hinterließ keine Erben und Jakob Heinrichs Sohn Alexander Emanuel Köchert schuf nicht nur einige der bedeutendsten Stücke unseres Hauses, sondern änderte auch den Firmennamen letztlich in A. E. Köchert.

Piotés Werke haben ihn überdauert, zum Beispiel ein vom Kaiser verschenktes, kunstvoll verziertes Jagdschwert, das im New Yorker Metropolitan Museum aufbewahrt wird. Und nicht zuletzt hat er die 7. Generation der Köcherts, die Goldschmiede Constantin und Emanuel Köchert inspiriert, ihre neue Firma nach ihm zu benennen. Ihre Spezialität: Emaille!

Die beiden Cousins Constantin und Emanuel setzen nun ebenfalls auf Emaille, aber auf ganz besonders erfrischende Weise. Die beiden gelernten Goldschmiede wissen: Unsere Materialien haben Ewigkeitswert, aber der Zeitgeist freut sich über Neuerungen in Design und Ausdruck. Pioté macht von nun an Schmuck für die Generation P.

Wir würden uns freuen, wenn Sie ab November bei der Verwandtschaft vorbeischauen, Pioté befindet sich in der Seilergasse 17, 1010 Wien. Der Webshop ist bereits geöffnet: www.piote.at