A. E. KÖCHERT

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Anekdoten

Orientperlen – Schätze des Meeres

Orientperlen – Schätze des Meeres

Keine Frage: Die Erfindung der Zuchtperlen hat dem Kult um die Orientperle ein wenig Abbruch getan. Kulturperlen waren von nun an erschwinglicher und nicht mehr nur den Vornehmsten vorbehalten. Allerdings stehen Naturperlen auch heute bei wahren Liebhabern noch hoch im Kurs.

Unvergessen bleiben uns einige Schöpfungen mit Orientperlen, die das Können unserer Meister unter Beweis stellten. Da waren zum Beispiel die berühmten Esterhazy-Perlen, die wir zu einem prächtigen Diadem verarbeiten durften. Die Perlen waren dabei hängend montiert und schaukelten bei jeder Bewegung, was ihren legendären Lüster besonders gut zur Geltung brachte. In Kombination mit der dazugehörigen Brosche und Ohrgehängen mehr als ein Statement zur finanziellen Potenz der Auftraggeber.

Nach einem Entwurf unseres Haus-Architekten Theophil Hansen entstand das Weltausstellungsdiadem, das zwar den ersten Platz auf der Ausstellung gewann, jedoch leider so teuer war, dass sich kein Käufer dafür finden konnte. Noch nicht einmal der Schah von Persien, der die Weltausstellung besuchte, fand soviel in seiner Schatulle. Er ließ sich das Diadem später in unbekannter Werkstatt kopieren, allerdings anstatt der Perlen „nur“ mit Diamanten. Die waren erschwinglicher. Dieses Diadem befindet sich heute noch im Nationalschatz in Teheran, das Hansen-Diadem wurde jedoch leider auseinandergenommen und zu kleineren Schmuckstücken umgearbeitet.

Ferner fertigte das Haus Köchert das prachtvolle Perldiadem Erzherzogin Maria Immaculatas, die in die Familie Württemberg einheiratete. Auch das kürzlich in Gödöllö gezeigte Perldiadem, das Marie Valerie für die Hochzeit ihrer ältesten Tochter bestellte, stammt aus unserer Werkstatt am Neuen Markt.

Zu guter Letzt hier die einzigartige Devant-de-Corsage, welche unsere Goldschmiedemeister aus den Perlen der Marie Antoinette fertigten. Die unglückliche Königin hatte zur rechten Zeit die Perlen nach Wien schmuggeln lassen, wo später ihre Tochter Maria Therese das Haus Köchert mit der Umarbeitung beauftragte. Die zentrale, große Orientperle – hier auf dem Busen der Herzogin von Parma – erzielte übrigens aufgrund ihrer exzellenten Provenienz von Marie Antoinette bei einer Auktion 2018 den Rekord-Preis von 30 Millionen Euro und erwies sich damit als ideale Wertanlage.